Haarporosität
Worum geht’s in diesem Guide?
Haarporosität beschreibt, wie gut dein Haar Feuchtigkeit aufnehmen und speichern kann. Dieses Wissen soll dir helfen, Pflege besser zu verstehen – aber es ist kein Label, das dich einschränken soll. Du musst deine Porosität nicht „perfekt bestimmen“, um gute Ergebnisse zu bekommen.
Porosität ist nicht bei jeder Person konstant. Sie kann sich durch Färben, Hitze, Reibung, Wasserqualität und Pflege verändern. Nutze Porosität als Orientierung – nicht als Diagnose.
1) Was ist Haarporosität?
Stell dir ein Haar wie einen kleinen Tannenzapfen vor: aussen liegt die Schuppenschicht (Cuticula). Je nachdem, wie geschlossen oder geöffnet diese Schuppenschicht ist, nimmt dein Haar Feuchtigkeit leichter auf – oder verliert sie schneller wieder.

Je geschlossener die Schuppenschicht, desto schwerer dringt Feuchtigkeit ein. Je offener sie ist, desto schneller kann Feuchtigkeit entweichen.
2) Low, Medium, High: Welche Arten gibt es?
Niedrige Porosität (Low)
Die Schuppenschicht liegt eher geschlossen. Feuchtigkeit dringt schwerer ein – dafür hält das Haar sie oft länger, sobald sie drin ist. Produkte können sich manchmal „oben drauf“ anfühlen.
Mittlere Porosität (Medium)
Ausgeglichen: Feuchtigkeit kann gut aufgenommen und relativ gut gespeichert werden. Viele empfinden diese Porosität als „pflegeleicht“ – mit passenden Produkten.
Hohe Porosität (High)
Die Schuppenschicht ist stärker geöffnet oder beschädigt (z. B. durch Färben/Hitze). Feuchtigkeit wird schnell aufgenommen, aber oft auch schneller verloren. Das Haar kann schneller trocken wirken oder frizzig werden.
Jede Haarstruktur (2A–4C) kann jede Porosität haben. Lockentyp ≠ Porosität.
3) Woran erkenne ich Porosität im Alltag?
Oft sind Alltagssignale hilfreicher als ein einzelner Test. Schau auf Muster über mehrere Waschtage.
- Dein Haar wird schnell trocken? Kann auf höhere Porosität oder fehlende Versiegelung hindeuten.
- Produkte ziehen kaum ein? Kann zu niedriger Porosität passen – oder zu schwerer Produktwahl.
- Du hast oft Build-up? Kann mit Produktgewicht, Wasserqualität und Routine zusammenhängen.
- Gefärbt / blondiert / viel Hitze? Erhöht häufig die Porosität im Laufe der Zeit.
4) Selbsttest (mit Sicherheitshinweis)
Es gibt keinen perfekten Porositätstest. Manche Tests liefern nur eine grobe Orientierung. Nutze sie als Hinweis – nicht als endgültiges Urteil.
Der „Wassertest“ ist nicht immer zuverlässig (z. B. wegen Produktresten, Öl, Luft im Haar, Haardicke). Wenn du ihn machst, nimm möglichst ein sauberes Haar ohne Styling-Reste – und bewerte das Ergebnis vorsichtig.

Der Glas-mit-Wasser-Test kann eine grobe Orientierung geben – ist aber nicht eindeutig.
So geht der Wassertest (kurz)
- Ein einzelnes, möglichst sauberes Haar nehmen (ohne Gel/Öl/Leave-in).
- In ein Glas Wasser legen.
- 2–3 Minuten warten.
So kannst du es grob interpretieren
- Schwimmt oben: eher niedrige Porosität
- Sinkt langsam: eher mittlere Porosität
- Sinkt schnell: eher höhere Porosität
Wenn das Ergebnis nicht zu deinem Haargefühl passt: vertraue den Alltagssignalen (Section 3) mehr als einem einzelnen Test.
5) Porosität & Pflege
Wenn dein Haar schnell trocken wird
Dann hilft oft Feuchtigkeit und Schutz: passende Pflege + Styling, das Feuchtigkeit im Haar hält. Wichtig ist nicht das Label, sondern: Was braucht dein Haar gerade?
Wenn Produkte nicht einziehen
Dann sind leichtere Texturen, weniger Produktmenge oder eine andere Auftragetechnik oft wirksamer. Manchmal liegt es auch an Build-up oder Wasserqualität – nicht nur an Porosität.
Wenn dein Haar schnell Build-up bekommt
Prüfe Produktmenge, Produktgewicht und ob eine gelegentliche Tiefenreinigung sinnvoll ist. Porosität kann eine Rolle spielen – aber ist selten der einzige Grund.
6) Mythen & Missverständnisse
„Ich habe nur eine Porosität.“
Viele Menschen haben Mischformen: Ansatz anders als Längen/Spitzen oder unterschiedlich durch Farb-/Hitzeschäden.
„Hohe Porosität ist schlecht.“
Nicht „schlecht“ – nur anders. Mit der richtigen Routine kann auch hochporöses Haar sehr gesund aussehen und sich gut anfühlen.
„Der Wassertest sagt die Wahrheit.“
Er kann Hinweise liefern, aber ist nicht beweisend. Nutze ihn höchstens als Zusatz, nicht als Hauptkriterium.
7) Fazit
Porosität ist ein hilfreiches Konzept, um Pflege-Ergebnisse besser zu verstehen. Du musst dich aber nicht starr in „low / medium / high“ einsortieren, um gute Produkte zu finden. Beobachte dein Haar, bleib flexibel – und nutze Porosität als Komass, nicht als Regelbuch.
Wissen soll dich unterstützen, nicht überfordern. Ziel ist gesundes Haargefühl, Definition und weniger Frizz – unabhängig vom Label.
FAQ
Kann sich Porosität verändern?
Ja. Hitze, Färben/Blondieren, Reibung, Wasserqualität und Pflege können Porosität über Zeit verändern.
Kann ich mehrere Porositäten gleichzeitig haben?
Ja. Häufig sind Längen/Spitzen poröser als der Ansatz. Auch verschiedene Bereiche können unterschiedlich reagieren.
Ist Porosität das Gleiche wie Haartyp (2A–4C)?
Nein. Jeder Lockentyp kann jede Porosität haben. Porosität beschreibt das Verhalten gegenüber Feuchtigkeit, nicht die Form der Locke.
Ist der Glas-mit-Wasser-Test zuverlässig?
Nur bedingt. Produktreste, Öle und Luft im Haar beeinflussen das Ergebnis. Nutze ihn höchstens als grobe Orientierung.
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